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Zusatz- und Hilfsstoffe – weniger Panik, mehr Klarheit

E-Nummern, Süssstoffe, «Chemie im Essen» – kaum ein Thema macht so schnell Bauchweh. Die ruhigere Wahrheit: Zusatzstoffe werden zugesetzt, weil sie etwas können, sie werden in der EU streng geprüft, und für jeden gibt es gesetzliche Höchstmengen. Und die grossen Süssstoff-Mythen halten der Forschung meist nicht stand. Schauen wir es uns gelassen an.

Was Zusatz- und Hilfsstoffe sind

Zusatz- und Hilfsstoffe werden Lebensmitteln zugesetzt, um eine bestimmte Eigenschaft zu erreichen – beim Geschmack, Aroma, der Haltbarkeit, der Textur oder der Optik. Vieles davon ist alltäglicher, als es klingt: Zitronensäure, Pektin im Gelee, Backpulver – oder schlicht Salz (das hat sein eigenes Thema, Salz). «Künstlich» heisst dabei nicht automatisch «schlecht», und «natürlich» nicht automatisch «harmlos».

Wie streng sie geprüft werden

In der EU darf ein Zusatzstoff nur zugelassen werden, wenn er gesundheitlich unbedenklich, technologisch nötig und nicht zur Täuschung geeignet ist. Zuständig ist die EFSA. Für jeden Stoff wird ein ADI-Wert festgelegt – die Menge, die ein Leben lang täglich als sicher gilt. Dafür bestimmt man zuerst im Tierversuch die höchste Menge ganz ohne Effekt und teilt sie durch den Sicherheitsfaktor 100, damit auch empfindliche Menschen geschützt sind. Dazu kommen gesetzliche Höchstmengen. Kurz: Hier ist viel Vorsicht eingebaut.

Süssstoffe – die grossen Mythen

Süssstoffe liefern Süsse mit wenig oder gar keinem Zucker. Ob du sie nutzen möchtest, ist deine Entscheidung – ein «Muss zum Abnehmen» sind sie ausdrücklich nicht. Wovor man sie aber kaum fürchten muss, zeigt der Blick auf die häufigsten Mythen:

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Oft gehört – was die Daten sagen

Oft gehört
Was die Daten sagen
«Süssstoffe treiben den Insulinspiegel hoch.»
Studien zeigen keinen relevanten Einfluss auf Blutzucker oder Insulin.
«Aspartam ist krebserregend.»
Humanstudien belegen das nicht überzeugend; die Behörden halten an der sicheren Tagesmenge fest.
«Süssstoffe ruinieren die Darmflora.»
Aktuelle Studien-Übersichten fanden bisher keine negativen Effekte.
«Beim Backen entstehen Schadstoffe.»
Unter Praxisbedingungen (EFSA 2021) nicht bestätigt – Sucralose gilt als sicher zum Kochen und Backen.
«Künstlich ist immer gefährlich.»
Zulassung nur, wenn sicher, nötig und nicht täuschend – mit gesetzlichen Höchstmengen.

Ein Beispiel für ruhiges Einordnen: 2023 hat die Krebsforschungsagentur IARC Aspartam als «möglicherweise krebserregend» eingestuft – dieselbe Kategorie wie etwa Handystrahlung oder Aloe-vera-Extrakt. Das beschreibt vor allem, wie eindeutig die Studienlage ist, nicht wie gefährlich etwas im Alltag ist. Die zuständigen Bewertungsgremien liessen die sichere Tagesmenge unverändert: Eine 70 kg schwere Person müsste rund 9 bis 14 Dosen Süssgetränk pro Tag trinken, um sie überhaupt zu erreichen.

Was das für deinen Alltag heisst

Die Basis bleibt, was sie immer war: möglichst vielfältig und oft frisch essen. Das ist aus vielen guten Gründen sinnvoll – nicht, weil Zusatzstoffe «Gift» wären. Wenn dann dein Joghurt einen Verdickungsstoff oder dein Getränk einen Süssstoff enthält, darfst du gelassen bleiben. Informiert entscheiden statt aus Angst meiden – das nimmt enorm viel Druck aus dem Einkaufen und Essen. Mehr zum entspannten Blick auf Ernährung findest du in Teil 1 und Teil 2.

Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist.– Paracelsus

Das nimmst du mit

  • Zusatzstoffe verbessern Geschmack, Haltbarkeit, Textur oder Optik – «Chemie» ist nicht gleich «gefährlich».
  • In der EU streng geprüft: EFSA, ADI, Sicherheitsfaktor 100 und gesetzliche Höchstmengen.
  • Süssstoffe: kein relevanter Effekt auf Insulin, keine belegten Darmflora-Schäden, Aspartam-Krebs beim Menschen nicht überzeugend belegt.
  • Entscheidend ist die Dosis – nicht «künstlich gegen natürlich».
  • Deine Basis bleibt vielfältig und frisch; bei Zusatzstoffen darfst du gelassen bleiben.

Fakten statt Foodfear?

Wenn Einkaufen sich wie ein Minenfeld anfühlt: In der EMR-anerkannten Ernährungsberatung sortieren wir gemeinsam Fakten von Mythen – damit Essen wieder leichter wird, ganz ohne Verbotslisten.

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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische oder ernährungstherapeutische Beratung. Menschen mit Phenylketonurie (PKU) müssen Aspartam meiden. Bei gesundheitlichen Fragen wende dich an eine Fachperson deines Vertrauens.

Quellen

  1. Verordnung (EU) Nr. 1129/2011 der Kommission über Lebensmittelzusatzstoffe. Amtsblatt der Europäischen Union, 2011.
  2. Galli C, et al. Is the acceptable daily intake as presently used an axiom or a dogma? Toxicology Letters 180.2 (2008): 93–99.
  3. Greyling A, et al. Acute glycemic and insulinemic effects of low-energy sweeteners: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. American Journal of Clinical Nutrition 112.4 (2020): 1002–1014.
  4. Richardson IL, Frese SA. Non-nutritive sweeteners and their impacts on the gut microbiome and host physiology. Frontiers in Nutrition 9 (2022).
  5. Gujral J, et al. Use of sucralose in foods heated during manufacturing does not pose a risk to human health. Toxicology Research and Application 5 (2021).
  6. IARC / WHO & JECFA. Aspartame hazard and risk assessment results. Genf, 2023.