Ein neuer Abschnitt, kein Ende
Die Menopause ist ein natürlicher Teil des Lebens. Sie markiert nicht das Ende von irgendetwas, sondern den Beginn eines neuen Abschnitts – mit neuen Möglichkeiten und manchmal überraschend viel Freiheit. Mit den Jahren geht die körpereigene Östrogenproduktion zurück, und das bringt Veränderungen mit sich.[1] Einige davon kannst du gut beeinflussen – und genau darum geht es hier. Den Bezug zu Zyklus und Hormonen findest du auch in Teil 16.
Was sich für Muskeln und Knochen verändert
Östrogen ist nicht nur ein «Frauenhormon» – es schützt auch Muskeln und Knochen. Geht es zurück, baut der Körper Muskelmasse etwas schneller ab, und die Knochendichte nimmt ab. Das ist normal und kein Versagen – aber es lohnt sich, gegenzusteuern. Denn Muskeln und Knochen sind kein fester Zustand: Du kannst sie in dieser Phase aktiv erhalten und stärken.
Warum Kraft jetzt besonders zählt
Krafttraining ist eines der wirksamsten Dinge, die du jetzt für dich tun kannst. Studien an Frauen in und nach den Wechseljahren zeigen, dass es dem altersbedingten Verlust von Muskelmasse und Kraft wirksam entgegenwirkt und die alltägliche Leistungsfähigkeit verbessert.[2] Und es geht nicht um Höchstleistung: Schon zweimal pro Woche regelmässig macht viel aus.
Was dir das bringt, spürst du im Alltag – mehr Kraft beim Tragen und Treppensteigen, ein sichereres Gleichgewicht, mehr Energie und oft auch bessere Laune. Wie Krafttraining konkret aussehen kann, liest du als Anregung in Teil 13 bis 4.4.
Knochen schützen
Mit dem Rückgang von Östrogen steigt das Risiko für Osteoporose – also für poröser werdende Knochen. Auch hier kannst du viel tun: Krafttraining und belastende Bewegung können die Knochendichte bei Frauen nach den Wechseljahren positiv beeinflussen.[3] Knochen reagieren auf Belastung – wenn du sie forderst, bleiben sie stabiler.
Dazu kommt die Ernährung: Calcium und Vitamin D sind die wichtigsten Bausteine für die Knochen. Mehr dazu in Vitamine (Vitamin D) und Mineralstoffe (Calcium).
Eiweiss: etwas mehr, gut verteilt
Mit den Jahren reagiert der Körper etwas weniger stark auf Eiweiss – er braucht also etwas mehr davon, um Muskeln zu erhalten.[4] Für Frauen in und nach den Wechseljahren lohnt es sich deshalb, sich eher am oberen Rand der Eiweiss-Empfehlung zu orientieren und es gut über den Tag zu verteilen – also bei jeder Mahlzeit eine Portion.
Konkrete Mengen und gute Quellen (auch pflanzlich) findest du in Teil 7 und den Eiweiss-Kompass – da musst du hier nichts rechnen.
Stark im Alltag
Du brauchst kein Programm, das dein Leben umkrempelt. Diese Bausteine zahlen alle auf dasselbe Ziel ein – Stärke und Gesundheit für die nächsten Jahre:
Die Wechseljahre sind kein Ende, sondern ein neuer Abschnitt – mit der Chance, stark und beweglich in die nächsten Jahre zu gehen.
Das nimmst du mit
- Die Wechseljahre sind ein natürlicher Abschnitt – mit neuen Möglichkeiten, nicht das Ende.
- Weil Östrogen zurückgeht, brauchen Muskeln und Knochen jetzt etwas mehr Aufmerksamkeit.
- Krafttraining (als Anregung) erhält Muskeln, stärkt Knochen und gibt Sicherheit im Alltag.
- Etwas mehr Eiweiss, gut über den Tag verteilt, unterstützt deine Muskeln.
- Calcium, Vitamin D und guter Schlaf gehören dazu – und bei Bedarf der ärztliche Check.
Gut versorgt durch die Wechseljahre
Gerade jetzt zahlt sich gutes Essen aus: genug Eiweiss für deine Muskeln, Calcium und Vitamin D für deine Knochen, und Mahlzeiten, die dir Energie geben. In der Ernährungsberatung schauen wir gemeinsam, wie das in deinen Alltag passt – ohne Rechnerei und ohne Verzicht.
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Quellen
- Peacock K, Carlson K, Ketvertis KM. Menopause. In: StatPearls. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2024.
- Ransdell LB, Wayment HA, Lopez N, et al. The impact of resistance training on body composition, muscle strength, and functional fitness in older women (45–80 years): a systematic review (2010–2020). Women (Basel). 2021;1(3):143–168.
- Shojaa M, von Stengel S, Kohl M, Schoene D, Kemmler W. Effects of dynamic resistance exercise on bone mineral density in postmenopausal women: a systematic review and meta-analysis. Osteoporos Int. 2020;31:1427–1444.
- Sims ST, Kerksick CM, Smith-Ryan AE, et al. International Society of Sports Nutrition position stand: nutritional concerns of the female athlete. J Int Soc Sports Nutr. 2023;20(1):2204066.